Navigation einblenden

DIE KREATIVE PLANSTADT - DIALEKTIK EINER UTOPIE

Diskussions-Matinee des Deutschen Bühnenvereins

03.03.2013 UNTERES FOYER

Diskussionsreihe „In welcher Stadt wollen wir leben“ des Deutschen Bühnenvereins mit Prof. Kerstin Gothe (Fakultät für Architektur des Karlsruher Instituts für Technologie), Prof. Peter Weibel (Vorstand des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe), Jan Linders (Schauspieldirektor, STAATSTHEATER KARLSRUHE). Die Moderation übernimmt Michael Hübl, Ressortleiter Kultur der  „Badischen Neuesten Nachrichten“, Karlsruhe.

In der fast 300 Jahre alten Planstadt Karlsruhe lädt der Deutsche Bühnenverein zu einem Gespräch über die Planbarkeit von Kreativität in Kulturstädten. Nach einem Impuls des Medienkünstlers und Museumsleiters Prof. Peter Weibel moderiert der Publizist Michael Hübl ein Gespräch mit Peter Weibel, der Städteplanerin Kerstin Gothe und dem Schauspieldirektor Jan Linders zu folgenden Fragen:
- Wie werden sich die Städte der Zukunft verändern?
- Welche Rolle wird Kreativität spielen? Welcher Medien wird sie sich bedienen?
- Welche anderen Räume für Kreativität braucht eine Stadt?
- Wie lassen sich bestehende Räume anpassen / verändern?
- Welche Aufgabe hat ein Stadttheater - als Gebäude, als Produktionsform, als kultureller Player zwischen Museum und Labor?
Prof. Peter Weibel, geboren in Odessa, aufgewachsen in Oberösterreich, studierte in Paris französische Literatur und in Wien Medizin, ehe er zum Fach Mathematik mit Schwerpunkt Logik wechselte. Seit 1966 arbeitet er als Performance- und Konzeptkünstler, war Mitbegründer der Gruppe der „Wiener Aktionisten“, entwickelte sich Ende der 1960er Jahre zu einem der ersten Video-Künstler, gründete 1978 eine Experimentalband und beschäftigte sich seit Anfang der 90er Jahre mit Computerkunst. 1984 erhielt er die Professur für visuelle Mediengestaltung an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, die er bis heute innehat. 1989 wurde er mit dem Aufbau des "Instituts für Neue Medien" an der Städelschule in Frankfurt am Main beauftragt, das er bis 1994 als Direktor leitete. Seit Januar 1999 ist er Vorstand des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.
Prof. Kerstin Gothe leitet das Institut für Entwerfen von Stadt und Landschaft an der Fakultät für Architektur des KIT. Sie studierte Architektur an der TU Berlin und der TH Darmstadt, arbeitete lange Jahre im Stadtplanungsamt Hamburg-Harburg, war von 1995 bis 2001 Leiterin des Stadtplanungsamtes Ludwigsburg. Von 2004 bis 2010 war sie Vorsitzende der Landesgruppe Baden Württemberg der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Mit Michaela Pfadenhauer Leiterin des interdisziplinären Forschungsprojekts „My campus - Räume für die ‚Wissensgesellschaft‘“ des Fachgebietes Regionalplanung und Bauen im Ländlichen Raum und des Instituts für Soziologie am KIT. Zahlreiche Publikationen zu Raum- und Städteplanung, darunter (als Mitherausgeberin) „Vom Sakralen zum Banalen?: Heilige Räume im Wandel“.
Michael Hübl lebt und arbeitet als Kunst- und Kulturkritiker und Ressortleiter Kultur der „Badischen Neuesten Nachrichten“ in Karlsruhe und ist regelmäßiger Autor für die Fachzeitschrift „Kunstforum International“.

Jan Linders studierte Neuere Deutsche Literatur und Philosophie  in Hamburg und Baltimore, USA, lernte Theaterarbeit u.a. bei Niels-Peter Rudolph, George Tabori, Heiner Müller und Robert Wilson und arbeitet seit 1992 als Dramaturg, Regisseur und Publizist in Hamburg, München, Berlin und international. 2009 holte ihn Peter Spuhler als Schauspieldirektor nach Heidelberg und nahm in 2011 in gleicher Funktion an das STAATSTHEATER KARLSRUHE mit.
Nachdem 11/12 in einer ersten Gesprächsreihe in den Theatern von Stuttgart, Frankfurt, Dresden, Düsseldorf und München Fragen der soziologischen, wirtschaftlichen, medialen, architektonischen und künstlerischen Gestaltungskraft urbanen Lebens im Zentrum standen, sollen nun zwischen November 2012 und Juni 2013 in Wilhelmshaven, Dessau, Karlsruhe, Augsburg und Gießen ergänzende Spannungsfelder in einer zweiten Reihe ins Blickfeld gerückt werden.
Welche Utopien prägen und begleiten städtisches Selbstverständnis? Ist urbanes Leben überhaupt visionär planbar? Und wenn ja, ist es zu wünschen? Bedarf es nicht vielmehr einer von innen wachsenden Prägung und Energie? Inwiefern benötigen vor allem mittlere und kleinere Städte politische Partner in den Zentren, die diese Energien befördern? Welche Rolle spielen andere starke gesellschaftliche Kräfte, die Kirchen etwa oder die Hochschulen und Universitäten? Und schließlich: Wie bekommen wir die Unübersichtlichkeit der Städte auf unsere Bühnen? Könnten utopische Visionen dabei ein Fluchtpunkt sein? Und welche Rolle spielen die Theater selbst für das Leitbild der Städte in Entwicklungskonzepten und Planspielen?

Weitere Informationen zur Reihe unter www.buehnenverein.de

Navigation einblenden