Navigation einblenden

DAS NEUE STÜCK 9 – UND DANN

von Wolfram Höll. Szenische Lesung & Autorengespräch

17.11.2012 STUDIO

Autor Wolfram Höll wagt den Rückblick auf eine Kindheit im ostdeutschen Neubaugebiet, der um verschiedene Verlusterfahrungen kreist: den Verlust der Mutter, eines Landes, einer sozialen Rolle. 2012 wurde Und dann beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens von Deutschlandradio Kultur zum besten Theatertext als Hörspiel gewählt und beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Ein namenloses Ich zählt die Kiesel, den Beton und die Klingelknöpfe seiner Kindheit und kommt immer wieder auf die Zahl Drei. Ein Vater, zwei Kinder, drei Verlierlinge kreisen um die große Leerstelle in ihrem Leben, um die ständige Präsenz der abwesenden Mutter. Sie suchen – und versuchen eine Sprache zu finden für den Verlust. Mit komplexen Wortverkettungen entwirft Wolfram Höll zwischen den Plattenbauten am Rande der Stadt ein Panorama der Verlorenheit in Zeiten des Übergangs. Familie, Arbeit, Heimat, Sprache: Es existieren keine Gewissheiten mehr, nur Projektionen einer vagen Erinnerung, die schließlich ebenfalls verschwindet. Und dann?

Wolfram Höll, geboren 1986 in Leipzig, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und Scenic Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern. Neben dem Schreiben von Theatertexten, entwickelte er als Regisseur Projekte für das Schlachthaus Theater Bern und verschiedene Theaterfestival in Deutschland und der Schweiz. Mit Und dann wurde er 2012 eingeladen zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens und zum Heidelberger Stückemarkt, wo er den erstmals vergebenen Nachwuchspreis erhielt. „Erinnerungsschichten überlagern sich in einem formal genau komponierten, lyrisch-musikalischen Text, dessen Bilder viele Interpretationen zulassen, bloß keinen Realismus“, so die Jury, „ein berührender, rätselhafter, eigensinniger und sinnlicher Text.“

EINRICHTUNG Mathias Hannus BÜHNE UND KOSTÜME Emily Ortlepp und Eva Wetzler (Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) DRAMATURGIE Nina Steinhilber

Navigation einblenden