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5. SONDERKONZERT

Mit Werken von Schnittke und Bruckner

16.07.2013 GROSSES HAUS

Alfred Schnittke Violinkonzert Nr. 4
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 9 d-Moll

BADISCHE STAATSKAPELLE
Gidon Kremer Violine
Justin Brown Dirigent

Als Anton Bruckner am 11. Oktober 1896 in Wien starb, ließ er seine Neunte Sinfonie unvollendet zurück. Der Komponist wusste selbst, dass er mit dem Plan dieser Sinfonie sich etwas Unerhörtes vorgenommen hatte. Vielleicht ist es daher nicht verwunderlich, dass er die „Lösung“ durch ein Finale nicht mehr leisten konnte. Auch um die endgültige Fassung der Sätze musste Bruckner hart ringen. Und dennoch wirkt das Werk – wie Schuberts Unvollendete – seltsam geschlossen und vollendet.

Nach einem feierlichen und geheimnisvollen Hauptsatz und einem Scherzo von barbarischer Wucht folgt ein Adagio von überirdischer Schönheit und Ruhe. Und dabei stößt Bruckner weit in die musikalische Zukunft vor. Solche Klänge hörte man erst in den letzten Sinfonien Gustav Mahlers wieder, aber auch Jean Sibelius konnte hier anknüpfen. Nikolaus Harnoncourt sprach von einer „Antenne ins 20. Jahrhundert“.

Der deutsch-russische Komponist Alfred Schnittke hingegen wollte aus dem 20. Jahrhundert am liebsten wieder hinaus. Gegängelt von der sowjetischen Kulturbürokratie, gab er es auf, Widersprüche zu glätten und ließ sie lieber unvermittelt aufeinander prallen. Schnittke sagte, dass er es liebe, bisweilen hinter den Vorhang zu schauen, beispielsweise in der „sichtbaren Kadenz“ im zweiten Satz des 4. Violinkonzerts: das Nachleben der Musik. Der berühmte Geiger Gidon Kremer machte Schnittkes Konzerte im Westen schon in den 1980er Jahren bekannt.

Auch als 8. Sinfoniekonzert am 14. & 15.07.2013.

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