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JAKOB DER LÜGNER

nach dem Roman von Jurek Becker. Zum letzten Mal am 2.1.2013
Theaterfassung von Nina Steinhilber & Martin Nimz
WIEDERAUFNAHME
29.09.2012 KLEINES HAUS

JAKOB DER LÜGNER

Jurek Becker, 1937 in Łódz´ geboren, im dortigen Ghetto aufgewachsen und später mit seiner Mutter in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, macht in seinem ersten und weltweit bekanntesten Roman Jakob der Lügner einen namenlosen Zeitzeugen zum Erzähler der aus Erinnerungen, Fakten und Möglichkeiten rekonstruierten Geschichte einer Handvoll Menschen in einem polnischen Ghetto: Wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Verordnungen wird Jakob gezwungen, sich auf dem gefürchteten Revier zu melden, wo er im Radio zufällig vom Vorrücken der russischen Truppen hört. Zurück im Ghetto, verbreitet sich schnell die freudige Nachricht – und das Gerücht, Jakob besitze verbotenerweise ein Radio. Weil die Menschen in seiner Umgebung ihn bedrängen, sie weiter mit Informationen zu versorgen, beginnt Jakob, gute Nachrichten zu erfinden. Als Held wider Willen setzt er für die hoffnungsvolle Illusion von Freiheit und Zukunft sein Leben aufs Spiel. Dank Jakob schöpfen viele im Ghetto neuen Lebensmut, die Selbstmordrate sinkt, man wartet voller Zuversicht auf die Befreier. Und inmitten der kollektiven Hoffnung kämpft ein Einzelner mit Humor gegen die eigene Verzweiflung – denn das Wissen, dass diese Hoffnung auf einer Lüge aufbaut, macht Jakob zu einem einsamen Helden.

Der 1997 verstorbene Jurek Becker wurde für Jakob der Lügner mit dem Heinrich-Mann-Preis und dem Schweizer Charles-Veillon-Preis ausgezeichnet. Frank Beyers Verfilmung des 1969 erschienenen, ursprünglich als Drehbuch konzipierten Romans gilt als Meisterwerk der DDR-Filmgeschichte, der Film erhielt 1975 den Silbernen Bären und wurde für einen Oscar nominiert. Regisseur Martin Nimz, der 2011 in Heidelberg die europäische Erstaufführung auf die Bühne brachte und dort bereits das Modellhafte des berühmten Stoffs ins Zentrum seiner Inszenierung rückte, entwirft für das Kleine Haus des STAATSTHEATERS in großer Besetzung eine neue Version der berührenden Geschichte um persönliche Wahrheit, die Kraft der Fantasie und des Erzählens – und die allzu menschliche Liebe zur Lüge ...

REGIE Martin Nimz BÜHNE Sebastian Hannak KOSTÜME Ricarda Knödler VIDEO Manuel Braun
DRAMATURGIE Nina Steinhilber

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