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WALLENBERG

Oper in zwei Akten von Erkki-Sven Tüür
Libretto von Lutz Hübner
WIEDERAUFNAHME
26.10.2012 GROSSES HAUS

WALLENBERG

Im Juli 1944 wird der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg nach Budapest geschickt. Seine Regierung beauftragt ihn, Schutzpässe für ungarische Juden auszustellen, die von der Deportation durch die Nazis bedroht sind. Unter Einsatz seines Lebens gelingt es dem jungen Mann, innerhalb eines knappen Jahres rund 100.000 Menschen die rettenden Papiere auszugeben. War die Vergabe zu Anfang noch abhängig von einem Kontakt zum schwedischen Mutterland, stellt Wallenberg später eigenmächtig allen Juden einen schwedischen Pass aus, um so viele Menschen wie möglich der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zu entreißen.

Nach Einmarsch der Roten Armee wird Wallenberg am 17. Januar 1945 vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet. Aus Sicht der Russen ist er mehrfach verdächtig, denn er verkehrte als Diplomat in den höchsten westlichen Regierungskreisen, seine Familie gehört zu den reichsten Schwedens. Außerdem hatte Wallenberg in den USA studiert, seine Rettungsaktionen wurden teilweise durch amerikanisches Geld finanziert. Nachdem er ins Moskauer Lubjanka-Gefängnis gebracht wird, verliert sich seine Spur bis zum heutigen Tag.

Der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür beschreibt im ersten Teil seiner 2001 in Dortmund uraufgeführten Oper die Taten Wallenbergs in Budapest und konfrontiert ihn in einer fiktiven Zusammenkunft mit seinem Gegenspieler Adolf Eichmann. Der zweite Teil schildert die Zeit nach Wallenbergs Verhaftung in Russland, die grausamen Verhöre und schließlich, wie sein Name zum Mythos wird: Der Held Wallenberg spaltet sich ab von dem realen Menschen.

Erkki-Sven Tüür war in den 80er-Jahren Komponist, Flötist, Keyboarder und Sänger der Rockgruppe In Spe, die zu den erfolgreichsten Bands Estlands gehörte. Der perkussive Sound seiner musikalischen Herkunft ist der Treibstoff der Partitur für großes Orchester. Wallenberg wird von Tobias Kratzer und Rainer Sellmaier in Szene gesetzt und ist zum ersten Mal in Karlsruhe zu sehen. Das Team gewann 2008 den internationalen Wettbewerb „Ring Award“ in Graz und erhielt zusätzlich die Sonderpreise der Presse- und Intendantenjurys sowie den Publikumspreis. Tobias Kratzer und Rainer Sellmaier arbeiteten im schwedischen Karlstad, in Leipzig, Graz und Luzern. Im Frühjahr 2011 bringen sie Glucks Telemaco bei den Schwetzinger Festspielen und am Theater Basel heraus. Sie eröffnen die Spielzeit 11/12 am Theater Bremen mit Wagners Tannhäuser.

MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Willig REGIE Tobias Kratzer BÜHNE & KOSTÜME Rainer Sellmaier DRAMATURGIE Bernd Feuchtner

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