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ALESSANDRO

Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
Libretto von Paolo Rolli nach Ortensio Mauros La Superbia d‘alessandro
Händel-Festspiele
WIEDERAUFNAHME
20.02.2013 GROSSES HAUS

ALESSANDRO

Michael Form Musikalische Leitung
Marc Meisel Cembalo und Leitung der Rezitative
Alexander Fahima Regie
Claudia Doderer Bühne & Kostüme
Stefan Woinke Lichtdesign
Michael Bernhard Choreographie
Dirk Schulz Video
Bernd Feuchtner Dramaturgie

DEUTSCHE HÄNDEL-SOLISTEN

Die Rolle Alexanders des Großen war bei der Uraufführung am 5. Mai 1726 im King’s Theatre eine Paraderolle für den Starkastraten Senesino, Händels stärkstes Zugpferd in London: Acht Arien und hochvirtuose Koloraturen hatte er zu singen! Kein Wunder, dass Alessandro nicht oft auf der Bühne zu sehen ist. Seit dem Barockzeitalter wurde die Oper überhaupt nur viermal wieder aufgeführt (und dann meist gekürzt), erstmals 1959 in Dresden in einer Inszenierung von Erhard Fischer. Weder bei den Karlsruher HÄNDEL-FESTSPIELEN noch bei HÄNDEL-FESTSPIELEN allgemein wurde Alessandro bisher im Ganzen gespielt.

Der amerikanische Countertenor Lawrence Zazzo war in Karlsruhe 1999 in einer kleinen Rolle in Rodelinda zu Gast. Seitdem hat er eine Weltkarriere gemacht, die ihn bis nach Paris zum umjubelten Triumph in der Titelrolle von Giulio Cesare getragen hat. Jetzt kehrt er als Alexander der Große nach Karlsruhe zurück– zweifellos die beste Verkörperung dieser Heldenpartie, die man sich heute wünschen kann. Lawrence Zazzo und ein ausgewähltes Sängerensemble werden begleitet von den Deutschen Händel-Solisten.

Alexander der Große ist in diesem Stück, dessen Vorlage Alexanders Hochmut heißt, nach der Eroberung einer weiteren Stadt so übermütig geworden, dass er sich für den Sohn des Göttervaters Zeus hält. Aber nicht nur damit treibt er seine Umgebung in den Wahnsinn, sondern er spielt auch ungalant mit der Liebe zweier Frauen, zwischen denen er sich nicht entscheiden kann – dass die eine bereits in festen Händen ist, kann ihn natürlich nicht davon abhalten, Ansprüche zu erheben. So werden alle handelnden Personen in Extremzustände getrieben, die bekanntlich am besten dazu geeignet sind, wundervollen Ausdruck in Musik zu finden.

Der junge Regisseur Alexander Fahima fiel zuerst mit einer originellen Fassung von Lortzings Waffenschmied am St. Pauli-Theater in Hamburg auf. Sein Studium der Opernregie an der Hamburgischen Theaterakademie hatte er mit einer Inszenierung von Bruno Madernas Satyricon abgeschlossen. Er assistierte bei Calixto Bieito, Christoph Loy, Achim Freyer, Christian Pade und Uli Waller. Co-Regie führte er bei Beethovens Fidelio in Tirana und bei der Uraufführung von Ludger Vollmers Gegen die Wand in Bremen. An der Oper Kiel brachte er eine szenische Fassung von Songs, Drones and Refrain of Death von George Crumb zur Aufführung. Seine erste Arbeit auf der großen Bühne war Verdis Otello im Heidelberger Opernzelt, eine außergewöhnliche Inszenierung, die auf ein breites Echo stieß. Dabei arbeitete er mit der Klasse für Kostümgestaltung von Reinhard von der Thannen an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg zusammen. In Oldenburg wird er die Uraufführung der Oper Die Versuchung des Heiligen Antonius von Ulrich Kreppein inszenieren. Von 2009 bis 2011 war er Stipendiat der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung.

Folge der Musiknummern 1
Folge der Musiknummern 2

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