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DER EINSAME WEG

hans kray schrieb am 20.01.2013:

Einmal musste es ja so kommen. Wir kennen das ja vom Fußball. Da legt dein Verein eine beeindruckende Siegesserie hin und du als Fan fürchtest den Tag, an dem diese Serie endet. Obendrein hast du vielleicht noch Angst, dass es nicht nur eine Niederlage, sondern eine richtige Klatsche setzt. Und genau das passierte am Samstagabend bei der Schnitzlerpremiere. Ich hatte zuvor "Verrücktes Blut", "Agnes", "Dantons Tod" und "My secret garden" gesehen und war hin und weg. Das war Theater vom feinsten. Und schon als ich am Samstagabend in den Zuschauerraum kam und das Bühnenbild sah, schwante mir Böses: Hatte ich solche Bühnenbilder nicht schon früher gesehen? Bäume und Stühle? Kam mir das nicht bekannt vor? Hatte es da nicht schon viele Jahre zuvor Tschechov- und Gorkiinszenierungen gegeben mit ganz ähnlichen Bühnenbildern? Und meine schlimme Ahnung sollte sich mehr als bestätigen. 105 Minuten plätschert dieser Abend in mehr oder weniger demselben Rhythmus unendlich langweilig, einfallslos und bieder dahin. Die Schauspieler sprechen ihren Text, mal rauchen sie, mal haben sie die Hände in der Hosentache, mal laufen sie planlos in der Gegend umher, mal spielen sie mit ihrem Nerz, ihren Kleidern oder sonst irgendwas. Keiner der Schauspieler erreicht auch nur annähernd Normalform. Dier Regie hat keinerlei Idee, wie das Stück neu erzählt, neu gebrochen werden könnte. Das ist nicht das Niveau, das ich von Karlsruhe gewöhnt bin und ich will jetzt einfach mal hoffen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher war, den man, betrachtet man die Gesamtleistung in den letzten eineinhalb Jahren, verschmerzen kann.

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