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BORDER

Desiree Paul schrieb am 12.05.2013:

Liebes Staatstheater, Herr Kiefer spricht mir in vielen Punkten aus dem Herzen, daher will ich nicht alles wiederholen. Essentiell ist für mich folgendes: Es ist ein Stück, welches uns alle angeht und aufgrund der Sprache und der Musik AUCH geeignet ist, Jugendlichen den Zugang zu einer Oper zu ermöglichen. Da ist ein Libretto, so gut und so modern, dass nicht ein Regisseur den Stoff für heute geeignet umtrimmen muss, welches uns alle betrifft. Schön, wenn die Handlung von jungen Menschen handelt. Schön, dass diese jungen Menschen persönliche Geschichten erzählen (dürfen). Die interessieren mich aus der Folgegeneration aber auch. Das Durchschnittsalter des Publikums heute Abend lag auch sicherlich 25-30 Jahre über der Zielgruppe. Ich fände es toll, wenn die Oper für alle ins Repertoire aufgenommen würde. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich – wie im Weihnachtsmärchen – das Gefühl der Nostalgie. Es betraf mich hier und jetzt und könnte auch meine Geschichte sein.Es kann die Geschichte eines jeden von uns sein. Je nach dem, in welcher Zeit er auf die Welt kam. Die Übertitelung ist super. Ein herzlicher Dank an Frau Stöck, die Jugendlichen und v.a. die Sänger. Es wurde den Stimmen so viel abverlangt, das war grandios. Jetzt freue ich mich noch auf die letzten beiden Premieren. Bis jetzt war diese Oper aber für mich die beste der Spielzeit. Dankeschön. Ihre Désirée Paul

Wolfgang Kiefer schrieb am 02.05.2013:
Ich habe aufgehört auf Reaktionen zu diesem Stück zu warten – es kommen keine. Auch die BNN haben so distanziert über Border berichtet, als wäre der Kritiker gar nicht im Theater gewesen. Die bedeutendste Einzelleistung wurde mit keinem Wort erwähnt: Die Regie von Ulrike Stöck. Sie hat ein eigenes Regiekonzept ohne Anleihen aus Köln umgesetzt, hat es geschafft 70 Jugendliche bis in die Haarspitzen zu motivieren und zwei Jugendchöre nahtlos ins Geschehen zu integrieren. Diese Regieleistung sehe ich auf dem Niveau von „Wallenberg“ und damit beim Besten, was in der Aera Spuhler bisher im Musiktheater zu sehen war. Und trotzdem kriegt man die Zielgruppe dieses Stückes nur während der Schulzeit ins Theater. Warum nur?
Ich halte es für falsch, das Stück eine Jugendoper zu nennen. Es ist auch keine. Das Wort Jugendoper reicht aber schon aus die üblichen Interessenten des Musiktheaters von einem Besuch abzuhalten. Damit fehlen wesentliche Multiplikatoren wie Eltern oder Großeltern. Auch ich habe nach der Hauptprobe zunächst versucht meine Enkelin als Alibi zu mobilisieren. Frau Stöck setzt ganz auf die Kooperation mit den Schulen. Oberflächlich betrachtet funktioniert die, da die Vorstellungen am Vormittag gut gebucht sind. Teenager über 14 Jahren müssten aber auch ohne Lehrer für eine Abendvorstellung zu motivieren sein. Es sieht so aus, als sei die Zusammenarbeit mit den Schulen nicht sonderlich nachhaltig.
Beim Stück habe ich die Übertitel vermisst (vielleicht waren die in den regulären Vorstellungen vorhanden). Eine sinnvolle Hilfe wäre die Einblendung der jeweiligen Spielszenen bzw. der Ortsnamen gewesen. Stärker betont werden sollte die wunderbare Musik von Ludger Vollmer, eine eingängige, leicht verständliche Musik.
Eine Wiederaufnahme in 2013/14 habe ich vergeblich gesucht. Drei bis vier Spielzeiten lang sollte das Stück schon laufen, um die nötige Bekanntheit zu erreichen. Wert ist es das allemal.
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