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Gidon Kremer

Gidon Kremer

Gidon Kremer wurde 1947 in der lettischen Hauptstadt Riga geboren und begann im Alter von vier Jahren unter der Anleitung seines Vaters und Großvaters, beide ausgezeichnete Streichinstrumentalisten, Geige zu spielen. Mit sieben Jahren setzte er seine Ausbildung an der Musikschule von Riga fort. Mit sechzehn gewann er bereits den ersten Preis der Republik Lettland und ging zwei Jahre später als Meisterschüler von David Oistrach ans Konservatorium nach Moskau. Prestigeträchtige Preise folgten: Gidon Kremer gewann 1967 den Concours Musical Reine Elisabeth sowie jeweils den ersten Preis des Paganini Wettbewerbs in Genua und des internationalen Tschaikowski Wettbewerbs.
Diese Erfolge waren der Grundstein für Gidon Kremers Aufsehen erregende Karriere, in deren Verlauf er in allen großen Konzerthäusern mit den wichtigsten europäischen und amerikanischen Orchestern und Dirigenten arbeitete. Mit seinen Interpretationen setzte er neue Maßstäbe und etablierte seinen Ruf als außergewöhnliche und innovative Künstlerpersönlichkeit.
Gidon Kremer verfügt über ein ungewöhnlich großes Repertoire. Neben den klassischen und romantischen Meisterwerken gilt sein Interesse Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Den Werken von u.a. Alfred Schnittke, Arvo Pärt, Sofia Gubaidulina, Luigi Nono, Giya Kancheli und Aribert Reimann widmete er besondere Aufmerksamkeit. Einen wichtigen Platz in seinem Repertoire nehmen die Werke noch lebender russischer und osteuropäischer Komponisten ein. Dem Werk Astor Piazzollas verhalf er durch sein Engagement zu weltweiter Anerkennung.
Im Jahre 1981 gründete er das Kammermusikfestival in Lockenhaus, dessen künstlerische Leitung er im Vorjahr Nicolas Altstaedt übertrug. 1997 gründete er die Kremerata Baltica, ein Kammerorchester, das ausnahmslos aus jungen, hochtalentierten baltischen Musikern besteht. Gemeinsam mit diesem Orchester konzertiert er seitdem regelmäßig bei weltbekannten Musikfestivals und in großen Konzertsälen.
Gidon Kremer ist für sein Werk und seine Nachwuchsförderung mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht worden, darunter das Bundesverdienstkreuz, der Ernst von Siemens Musikpreis, der Frankfurter Musikpreis, der Preis der Accademia Musicale Chigiana und der Unesco Preis. 2010 wurde er vom Istanbul Music Festival für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr erhielt er in Venedig den renommierten Preis „Una Vita Nella Musica – Artur Rubinstein“.
Gidon Kremer spielte mehr als 100 Alben ein, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden. U.a. erhielt die Einspielung After Mozart mit der Kremerata Baltica 2002 den Grammy Award in der Kategorie „Bestes Kammerensemble“ sowie den ECHO-Klassikpreis.
Gidon Kremer spielt eine Geige von Nicola Amati aus dem Jahr 1641. Der Künstler ist auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte bisher vier Bücher, jüngst erschien im Braumüller Literaturverlag seine Briefe an eine junge Pianistin.

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