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EINE (MIKRO)ÖKONOMISCHE WELTGESCHICHTE, GETANZT: Publikumsgespräch mit Unternehmer und Philosoph

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Am Freitag 19.7. diskutieren der Unternehmer Thomas Leysen und der Philosoph Emmanuel Alloa im Publikumsgespräch nach der Vorstellung von Eine (mikro)ökonomische Weltgeschichte, getanzt über die Folgen der aktuellen Finanzkrise und mögliche alternative ökonomische Modelle.

Der Belgier Thomas Leysen, Jahrgang 1960, studierte Jura in Leuven. 2011 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Bank- und Versicherungsgesellschaft KBC Group. Nach großen Verlusten mit risikoreichen Finanzprodukten während der Finanzkrise wurde die Bank 2008 mit Krediten in Höhe von 8 Milliarden Euro vom belgischen Staat gerettet. In Deutschland gehört Thomas Leysen dem Aufsichtsrat des Frankfurter Bankhauses Metzler an. Außerdem arbeitet er seit 2000, zuerst als Vorstandsvorsitzender, nun als Aufsichtsratsvorsitzender, für Umicore, einer Material- und Recyclinggruppe mit weltweit 14400 Mitarbeitern. Unter seinem Vorsitz wurde die Mediengruppe Corelio zum größten Spieler auf dem belgischen Markt. Von 2008 bis 2011 war Thomas Leysen Arbeitgeberpräsident in Belgien. Thomas Leysen ist Mitglied der European Round Table of Industrialists, einer Lobbyorganisation von rund 50 Wirtschaftsführern, und hat 2013 an der Bilderberg-Konferenz teilgenommen.

Der Deutsch-Italiener Emmanuel Alloa wurde 1980 in Brüssel geboren. In Freiburg, Padua, Berlin und Paris studierte er Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte. Er promovierte in Philosophie an der Sorbonne und der Freien Universität Berlin. An der Fakultät der Bildenden Künste der Universität Paris VIII unterrichtet er Ästhetik. Am Pariser Théâtre de Gennevilliers moderiert er seit 2010 die Gesprächsreihe Rencontres philosophiques. Seit 2012 ist er Assistenzprofessor für Kulturtheorie und Kulturphilosophie an der Universität St. Gallen. Als Gastprofessor und bei Forschungsaufenthalten arbeitete er u. a. an der Columbia University New York, der Bauhaus-Universität Weimar und in Mexiko. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Fragen der Aufmerksamkeitsökonomie.

In der Vorstellung von Eine (mikro)ökonomische Weltgeschichte, getanzt versucht Emmanuel Alloa eine Erklärung für die anhaltende Krise und kommentiert live auf der Bühne Szenen aus der Wirtschaftsgeschichte. Darin erzählen vier Schauspielerinnen u. a. vom Kaffeehaus von Edward Lloyd, einem Treffpunkt von Kaufleuten in London, vom Gabentausch in archaischen Gesellschaften und von Adam Smith, dem Begründer der klassischen Ökonomie. Etwa dreißig Stadtbewohner schreiben Texte und tragen diese vor. Ein Chor spricht und tanzt dazu.

Diese neue Theaterform hat der französische Regisseur Pascal Rambert mit dem Philosophen Éric Méchoulan aus Erzählungen über die Krise entwickelt. Er ist als Autor, Schauspieler und Regisseur einer der innovativsten französischen Theaterkünstler und Intendant am Pariser Théâtre de Gennevilliers. Er hat das dort entstandene Format in Theatern in Frankreich und Japan mit der lokalen Bevölkerung neu inszeniert.

Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn können die Zuschauer die Arbeitsweise vom Pascal Rambert in der Choreografischen Einführung hautnah erleben.

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