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AM FALSCHEN ORT: Beklemmend intensiv

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„Beklemmend intensiv und aktuell“ beschrieb ein Zuschauer die Uraufführung des Dokumentarstücks Am falschen Ort, der letzten Schauspielpremiere der Spielzeit 2012/13, die am Sonntagabend im STUDIO mit langem Applaus für die fünf Schauspieler, das Regieteam und das Autorenduo bedacht wurde.
Das Ensemble erzählte eindringlich fünf reale Biographien am Rande der rumänischen Gesellschaft. Da ist die obdachlose alte Jüdin in Bukarest, der staatenlose Mann aus Palästina, der junge Afghane, der über den Iran nach Rumänien fliehen will, die Serbin und die Irakerin, die der Krieg jeweils aus ihren Heimatländern vertrieben hat. Am falschen Ort dokumentiert bedrückend aktuell das Schicksal von Flüchtlingen an der Außengrenze der Europäischen Union. Die jungen Autoren Alice Marinescu Marinescu und David Schwartz destillierten die Geschichten ihres Stücks aus Interviewmaterial, dass sie seit 2011 in Gesprächen mit Betroffenen gesammelt hatten.

In Karlsruhe, der Stadt der Baden-Württembergischen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge (LAST), gewinnt der Blick auf fünf reale Flüchtlingsbiographien besondere Relevanz. Das Regierungspräsidium Karlsruhe führt über den Baden-Airpark Abschiebungen aus dem gesamten süddeutschen Raum durch. Am falschen Ort gab am Abend der Premiere reichhalten Diskussionsstoff über die Verantwortung der Asylpolitik in Deutschland.

Regisseur Manuel Braun verdichtete den Text in seiner Strichfassung und lies einzelne Passagen der Figuren vom ganzen Ensemble sprechen. Durch diese poetische Verfremdung gelang den Schauspielern die Balance zwischen Emotion und Dokumentation. Ausstatterin Viktoria Strikic entwarf einen engen weissen Raum, der an jene Container erinnert, in denen immer wieder Flüchtlinge die Einreise in die EU versuchen.

Mit Am falschen Ort gewannen die Autoren aus 71 anonymen Einsendungen den Wettbewerb „Über Grenzen sprechen 2011“, der als als wichtigster osteuropäischer Dramatikerwettbewerb gilt und jedes Jahr in einem anderen osteuropäischen Land veranstaltet wird. Generalintendant Peter Spuhler war für die Wettbewerbe 2010, 2011 und 2012 in der Jury. Hohe Auflösung von Dmytro Ternovyi, das ukrainische Siegerstück, wird im Juni 2014 im STUDIO des STAATSTHEATERS zur Uraufführung kommen.

In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik und Gesellschaft und Vertreter von Flüchtlingsorganisationen setzte die Uraufführung einen Schlusspunkt der Spielzeit des Karlsruher Schauspiels.

Alle weiteren Vorstellungstermine in dieser Spielzeit finden Sie hier.
In der nächsten Spielzeit wird das Stück wieder ab dem 20.10. im STUDIO zu sehen sein.

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