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FESTIVAL PREMIÈRES erfolgreich abgeschlossen - die Zukunft des Theaters zu Gast in Karlsruhe

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Mit der Weitergabe der PREMIÈRES Flaggen durch Generalintendant Peter Spuhler und Schauspieldirektor Jan Linders an den Intendanten des Le Maillon, Bernard Fleury, und den Künstlerischen Berater des Théâtre National de Strasbourg, Olivier Chabrillange, ging am Sonntagabend das 8. Festival für junge europäische Regisseure, das zum ersten Mal in Karlsruhe stattfand, zu Ende. Vier Tage lang waren zehn Produktionen aus neun europäischen Ländern in insgesamt fünf Spielstätten des STAATSTHEATERS, des ZKM und der Hochschule für Gestaltung zu sehen.

Die unterschiedlichen jungen europäischen Regiehandschriften, stark geprägt von den länderspezifischen Ausbildungsformen, zu zeigen, ist das originäre Ziel des Festivals. Festivalkuratorin Barbara Engelhardt hat dies bereits in den vergangenen sieben Jahren gemeinsam mit den Straßburger Theatern erfolgreich umgesetzt. Mit dem Sprung über den Rhein, der ab 2013 alle zwei Jahre stattfinden soll, ist das renommierte Nachwuchsfestival nun vollends europäisch geworden.

Eröffnet wurde PREMIÈRES am 5.6.13 durch Staatsekretär Jürgen Walter, Kulturbürgermeister Wolfram Jäger und Generalintendant Peter Spuhler. Als erste Produktion konnten die zahlreichen Festival- und Ehrengäste Tankred Dorsts Merlin in einer Inszenierung des ungarischen Regisseurs Csaba Polgár sehen. Auch der Autor selbst zählte nebst seiner Frau und künstlerischen Mitarbeiterin Ursula Ehler zu den Gästen der Festivaleröffnung. Mit großem Interesse wurde die türkische Produktion Olmamiş mi? des Regisseurs Fatih Gençkal angenommen. Die Produktion zeigte eine bislang unpolitische türkische Generation in all ihrer Widersprüchlichkeit, die von den jüngsten Ereignissen in Istanbul überrollt wurde und damit eine neue Brisanz auf die Bühne brachte. Eine offene Fragerunde mit Team und Publikum nach der zweiten Vorstellung am 7.6. schilderte eindrücklich und authentisch die Erlebnisse und Gedanken der jungen türkischen Kunstschaffenden. Intensiv diskutierten die Zuschauer und Künstler mit- und untereinander auch über die weiteren Produktionen des Festivals und ihre verbindenden Themen: Krisen und Konstanten, Melancholie und Hoffnung im Europa des 21. Jahrhunderts.

Eine täglich erschienene deutsch-französische Festivalzeitung berichtete unmittelbar vom Festivalgeschehen, lieferte Hintergrundwissen und machte Lust auf den Besuch der noch anstehenden Vorstellungen.

Aus Frankreich kamen rund 500 Gäste mit Shuttle-Bussen oder auf eigene Faust nach Karlsruhe, um ihrem Festival auch hier die Treue zu halten. Karlsruhe habe eine ganz eigene Atmosphäre, und es war sehr spannend, nicht nur im STAATSTHEATER sondern auch zu Gast im ZKM und der Hochschule für Gestaltung zu sein und die Nachbarstadt zu entdecken, so ein französischer Festivalbesucher. „Mich freut, dass Fachbesucher aus ganz Europa, vom rumänischen Temeswar bis Paris, nach Karlsruhe gekommen sind, um unsere Auswahl für ihre Festivals und Theater zu entdecken“, resümiert der glückliche Karlsruher Schauspieldirektor und künstlerische Leiter des Festivals auf deutscher Seite, Jan Linders.

Ermöglicht wurde das Festival durch die Baden-Württemberg-Stiftung und die Stadt Karlsruhe, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia sowie die Fondation Kronenbourg und Mittel aus der Stadt Straßburg, der Region Elsass und dem französischen Kulturministerium.

 

Die neunte Ausgabe von PREMIÈRES findet vom 5. – 8.6.14 in Straßburg statt.

 

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