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DOGUS GÜNEY gewinnt Siemens-Opernwettbewerb Türkei – Galakonzert wegen Protesten am Gezi-Park, Istanbul, abgesagt

Der junge türkische Bass Dogüs Güney ist neuer Preisträger des Siemens-Opernwettbewerbs. Der erst 23-jährige Sänger überzeugte die Jury mit seiner außerordentlich schönen Stimme, einer überlegten Vortragskunst und ausgezeichneter Gestaltung. Den zweiten Preis erhielt der 28-jährige Bariton Umut Kosman, den dritten Platz belegte ebenfalls ein junger Bass, der 26-jährige Bektas Ozan Kutlar – in diesem Jahr also ausschließlich Männer.

Ein Sonderpreis ging allerdings an die Sopranistin Sema Cavusoglu und an den Tenor Mehmet Deren Eladag. Die Jury des Wettbewerbs bestand aus der bekannten türkischen Opernregisseurin Yekta Kara, die bereits zweimal am STAATSTHEATER KARLSRUHE gearbeitet hat, dem berühmten türkischen Bariton Mete Ugur, dem Intendanten des Salzburger Landestheaters Carl Philip von Maldeghem, dem Generalintendanten des Staatstheaters Nürnberg, Peter Theiler, und dem Karlsruher Generalintendanten Peter Spuhler. Der Gewinner, Dogus Güney, wird voraussichtlich ab der Spielzeit 2013/14 dem Opernstudio des STAATSTHEATERS KARLSRUHE angehören.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Siemens Opernwettbewerb Türkei und dem STAATSTHEATER KARLSRUHE besteht bereits seit vielen Jahren. Jetzt hätte das 15. Jubiläum des Preises gefeiert werden sollen. Das Galakonzert am gestrigen Freitagabend im deutschen Generalkonsulat musste aber wegen der Vorgänge um den in unmittelbarer Nähe befindlichen Gezi-Park abgesagt werden. Am Abend und in der Nacht vom Freitag auf Samstag und dann auch wieder in Laufe des Samstages waren viele zehntausende junge Türken im Protest gegen die Regierungen auf der Straße. Es kam zu heftigem Einsatz von Tränengas, stellenweise zu Ausschreitungen. Die Proteste sind offensichtlich die größte Kundgebung gegen die Regierung seit vielen Jahren. Auch andere türkische Städte schlossen sich an. Intendant Peter Spuhler berichtete unter @PeterSpuhler live von den Vorgängen rund um den Taksim-Platz. Der Protest entzündete sich an der geplanten Vernichtung eines beliebten Istanbuler Parks zugunsten eines Einkaufszentrums, greift aber viel weiter. In der Türkei gibt es große Sorge hinsichtlich des grundsätzlichen Vorgehens der amtierenden Regierung.

 

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