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DIE PASSAGIERIN: Standing-Ovations für eine berührende Premiere

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Nach anfänglicher Zurückhaltung – gut verständlich angesichts des Themas und der sehr bewegenden Darstellung– nahm der Beifall immer mehr zu, als sich nach dem Ende der Oper Die Passagierin die großartigen Darsteller zeigten. Und noch einmal stärker wurde er und endete in Standing Ovations, als die fast 90-jährige Autorin des Romans die Bühne betrat, der dem Libretto zugrunde liegt: Zofia Posmysz, das Revers geschmückt vom Bundesverdienstkreuz, war selbst sehr berührt über die Wirkung dieses Werkes, das aufgrund ihrer eigenen Erlebnisse in Auschwitz entstand und den Stimmen all ihrer Freunde, die dort umgebracht wurden, nun dauerhaft einen Nachhall verschafft. Dieses einzigartige Drama über die Selbstverantwortung des Menschen wird nun hoffentlich bald weitere Bühnen erobern.

Die großartige Musik von Mieczysław Weinberg entfaltete ihre eindringliche Wirkung nicht zuletzt dank des Engagements der BADISCHEN STAATSKAPELLE unter der Leitung von Christoph Gedschold. Kammersängerin Barbara Dobrzanska und Christina Niessen als die beiden Widersacherinnen Marta und Lisa im KZ brachten die ganze emotionale Wucht dieser existentiellen Prüfung zur Geltung. Matthias Wohlbrecht als BRD-Botschafter durchlebte die Höhen und Tiefen von Angst und Übermut seiner Gattin Lisa packend mit und Andrew Finden gestaltete souverän Martas Verlobten Tadeusz, der den Widerstand im Lager organisiert und lieber mit einer Bach-Chaconne sein eigenes Ende herbeiführt, als sich vor dem Kommandanten zu demütigen. Die Solisten wurden vom Publikum gefeiert, weil sie die verschiedenen Menschenschicksale so deutlich lebendig werden ließen, die das Drama begleiten. Der STAATSOPERNCHOR bekam viel Beifall für seine hintergründige Unterstützung der Handlung.

Auch das Inszenierungsteam - Regie Holger Müller-Brandes, Ausstattung der Bildende Künstler Philip Fürhofer - wurde in seiner Arbeit vom Publikum sehr positiv bestätigt - eine grosse Auszeichnung angesichts des Themas. Beide schufen eine Umsetzung, die den Gedanken und Assoziationen auf intelligente Weise viel Raum gab.

Das STAATSTHEATER hat mit dieser DEUTSCHEN ERSTAUFFÜHRUNG in seiner Reihe "Politische Oper", die es in der Spielzeit 11/12 mit Wallenberg sehr erfolgreich begonnen hat und in der nächsten Spielzeit mit Doctor Atomic von John Adams fortsetzen wird, wie es ein Besucher im Gästebuch beschrieb, den "Höhepunkt der Spielzeit" auf die Bühne gebracht.

Hier finden Sie die erste Kritik der dpa.

Die B-Premiere der Oper findet am 22.5. im GROSSEN HAUS statt. Alle weiteren Termine finden Sie hier.

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