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Träum ich? Wach ich? – Premiere PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG im KLEINEN HAUS

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Jubel für Matthias Lamp in der Titelrolle des Prinzen von Homburg bei der Premiere von Kleists letztem Schauspiel am Donnerstagabend im KLEINEN HAUS.
"Ein starker, besonderer Abend, der im positiven Sinne Fragen aufwirft", meinte ein Besucher im Anschluss an die Vorstellung, zu der auch zahlreiche Kollegen anderer Theater angereist waren. Man tauschte sich über "tolles Schauspielertheater", "einen spannenden Zugriff", "eine faszinierende Raumlösung" aus. Es ist ein komplexes Drama voll ungelöster Widersprüche, das Kleist 1811, wenige Monate vor seinem Tod, vollendete. Und ein Traumspiel. Regisseur Martin Nimz verortet es in Karlsruhe auf einer schrägen Spielfläche, auf der mit dem stetig rieselnden Sand auch die Grenzen zwischen Traum und Realität verwischen. Traumwandlerisch sicher bewegen sich die Schauspieler auf dem abschüssigen Untergrund in mit Spikes versehenen Stiefeln und in Kostümen von Ricarda Knödler, die mit historischen Details eine Brücke schlagen von der Gegenwart in die Barockzeit.
Im ersten Teil des zweieinhalbstündigen Abends überschlagen sich die Ereignisse um den Prinzen, der ohne Befehl in die Schlacht stürmt und für sein Vergehen zum Tode verurteilt wird. Nach der Pause nimmt die Inszenierung sich Zeit, die unterschiedlichen Positionen der handelnden Figuren präzise herauszuschälen. Nimz beleuchtet das Geschehen zunächst aus der Perspektive des Prinzen, verschiebt sie dann auf Natalie und schließlich auf den Kurfürsten. Matthias Lamp, der den Titelhelden als facettenreiche, exzentrische Persönlichkeit zeigt, Sophia Löffler, die als Natalie in ihrem Spiel auf berührende Weise den im Innersten tobenden Kampf der Frau sichtbar macht, die versucht, Homburgs Leben zu retten und André Wagner, der in der Rolle des Kurfürsten einen faszinierenden Machtmenschen zeichnet, sind das Zentrum der Inszenierung. Grosser Applaus auch für Timo Tank als Feldmarschall Dörfling, dem Generalintendant Spuhler vor Publikum die Verleihung des Ehrentitels Staatsschauspieler bekanntgab.
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