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EFFI BRIEST - am Freitag noch ein Mal

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Mit einer beeindruckenden Effi-Briest-Inszenierung begeisterte gestern die Württembergischen Landesbühne Esslingen die Karlsruher Zuschauer im KLEINEN HAUS.

Die Regisseurin Sandrine Hutinet stellte in ihrer Inszenierung weniger die historische Perspektive des ausgehenden 19. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, sondern vielmehr die grundsätzliche und jedes Individuum betreffende Frage, warum einige Menschen glücklich sein können und andere nicht. Dies wurde bereits zu Beginn mit einem per Video eingespielten Monolog mit einer Nachbetrachtung Effis über Freiheit, Lüge und Reue verdeutlicht. Dass der Weg zum (Un-)Glück viel mit Ängsten und düsteren Bildern zu tun hat, wurde auch im weiteren Verlauf immer wieder durch surrealistisch anmutende Videoeinspielungen oder Ton- und Lichteffekte in Szene gesetzt.

Allem voran prägten die ausgezeichneten Schauspielleistungen der Akteure die faszinierende Aufführung. Herausragend Lara Beckmann als Effi, die ihre schwankenden Gefühls- und Charakterpole zwischen Glück, Angst und Wankelmut geradezu herzzerreißend authentisch wirkend zum Ausdruck brachte - vor allem, als sie gegen Ende erneut monologisierend und voller Emotionen feststellte: "Ich wollte doch nur leben".

Mit lang anhaltendem Applaus würdigte das Karlsruher Publikum das großartige Ensemble und die gelungene Inszenierung, die am Freitag noch ein Mal um 20 Uhr zu sehen ist.

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