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Hunger und Liebe – Der Blues von Billie Holiday

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Berührt und begeistert zeigte sich das Publikum der Matinee Jazz & Literatur von der schicksalhaften Autobiographie der großen Jazzsängerin Billie Holiday. „Anspruchsvoll und sinnlich zugleich“: so beschrieb ein Zuschauer am Sonntag seine Eindrücke von der musikalisch umrahmten Lesung.

„Hunger und Liebe. Alles, was ich bin und was ich vom Leben will, lässt sich auf diese beiden Worte zurückführen“. Dieser Satz von Billie Holiday stand als Motto über die Matinee, in der Staatsschauspieler Michael Rademacher die markantesten Passagen aus dem Buch las. Aufgewachsen unter denkbar harten sozialen Verhältnissen, sang Holiday zu Beginn um ihr eigenes Überleben zu sichern. Trotz allgegenwärtigem Rassismus ging ihr Stern auf: sie erhielt Engagements in Clubs und Konzerthäusern in den USA, Kanada und Europa. Der Song Strange Fruit brachte Holiday Weltruhm und der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung ihre „schwarze Marseillaise“. Unter den Augen der Drogenpolizei starb sie 1959 vereinsamt in einem New Yorker Krankenhaus.

Mit Holidays berühmtesten Songs führte die Band Mobile Home unter der Leitung von Gernot Ziegler in die musikalische Welt dieser Ausnahmegestalt. Die Sängerin Jutta Brandl gestaltete die Stücke wie Night and Day so einfühlsam, das man sich in den New Yorker Nachtclubs der Dreißiger und Vierziger wähnte. Nach dem eindrucksvollen und emphatisch gesungenen Protestsong Strange Fruit konnte man im MITTLEREN FOYER eine Nadel fallen hören.

Bei der nächsten Matinee am 9.6. umrahmt die Band Double Tonic Truman Capotes berühmtester Roman musikalisch: Frühstück bei Tiffany. Es liest wieder Michael Rademacher.

 

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